Nebelscheinwerfer und Winterreifen

Es wird kälter, die Tage werden kürzer:

Wenn es draußen ungemütlich wird, sollten Autofahrer aktiv werden. Spätestens jetzt müssen sie ihr Fahrzeug fit für den Winter machen – und sich auf Nebel einstellen. Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen zum Einsatz kommen, informiert der Anwaltverein Traunstein.

Bei Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte folgen viele Autofahrer ihren eigenen Regeln. In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist allerdings genau festgelegt, wann die Beleuchtung zum Einsatz kommen darf. „Die Nebelschlussleuchte hinten am Auto darf man nur einschalten, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt“, sagt Rechtsanwältin Gabl 1. Vorsitzende des Anwaltverein Traunstein. Dabei könne man sich an den Leitpfosten am Straßenrand orientieren. Diese sind im Abstand von 50 Metern aufgestellt.

Ist auf Höhe des einen Pfostens der nächste nicht mehr zu erkennen, sollten Autofahrer die Nebelschlussleuchte einschalten. Das ist aber nur erlaubt, wenn Nebel die Sicht einschränkt. Wer die Nebelschlussleuchte missbräuchlich einsetzt, riskiert ein Bußgeld von 20 Euro. Kommt es deshalb zum Unfall, werden 35 Euro fällig.

Auch die Nebelscheinwerfer vorne am Auto darf man keineswegs nach Lust und Laune einschalten. Autofahrer dürfen sie zwar auch bei Regen und Schnee einsetzen, aber nur, wenn die Sicht erheblich behindert ist. Bei schlechter Sicht gilt sowieso: langsam fahren. Laut StVO darf man nur so schnell unterwegs sein, dass man innerhalb der übersehbaren Strecke anhalten kann.

Rechtzeitig Winterreifen aufziehen

In den Herbst- und Wintermonaten kann nicht nur Nebel, sondern auch Glatteis und der erste Schnee Autofahrern zu schaffen machen. Winterreifen aufzuziehen ist deshalb das wichtigste To-do für Autofahrer im Herbst.

Es ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Aber: „Wer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen fährt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen“, warnt Rechtsanwältin Gabl Behindert der sommerbereifte Autofahrer den Verkehr oder verursacht er gar einen Unfall, falle die Strafe höher aus.

Die falschen Reifen können sich dann auch auf die Haftung auswirken. Einem Autofahrer, der bei Winterwetter mit Sommerreifen unterwegs war, kann eine Mitschuld am Unfall zugesprochen werden – egal, ob er Unfallverursacher oder Geschädigter ist. Die Versicherung übernimmt dann möglicherweise nicht den kompletten Schaden.

Sie hatten einen Unfall bei winterlichem Wetter und brauchen Rechtsbeistand? Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Ihrer Nähe finden Sie unter Anwaltssuche.

Ihr Traunsteiner Anwaltverein am 30.11.2017